Der Pakt der Uta von Naumburg

Die auf dem Bild ersichtliche Statue der Uta von Naumburg ist eines der bedeutendsten plastischen Bildwerke der deutschen Gotik. Die farbig gefasste Steinfigur wurde Mitte des 13. Jahrhunderts vom so genannten Naumburger Meister geschaffen und befindet sich im Westchor des Naumburger Doms.

Uta von Naumburg war verheiratet mit Ekkehard II. Sie ist einer der 12 Stifter des Naumburger Dom. Diese Stifter stifteten nach ihrem Tod ihr Vermögen an die Kirche, die damit u.a. den Naumburger Dom baute. Die Heiligen an den Glasfenstern im Hintergrund beten, dass die Stifter nicht in die Hölle kommen. Die Skulptur erinnert die Priester und Kirchenmitglieder daran, für die Stifter nach deren Tod zu beten und ebenfalls dafür zu sorgen, dass diese nicht in die Hölle kommen.

So war die Kirche schon damals ein Hinderungsgrund für die echte Buße der Menschen. Denn Anlass für die Angst der Stifter in der Hölle zu landen war durchaus vorhanden. Ekkehard II. hatte beispielsweise den Vater einer weiteren Stifterfigur umbringen lassen.

Aber die Kirche hat das Bedürfnis der Menschen nach echter Vergebung und die Angst vor dem Gericht in der Hölle pekuniär ausgenutzt. Mit der Vererbung des Geldes der Stifter an die Kirche war die Notwendigkeit zur Umkehr wie sie die Bibel beschreibt entfallen. Denn die Kirche sorgte ja jetzt dafür, dass die Stifter nicht in die Hölle kommen.

Bleibt nur die Frage, ob sich die Stifter den richtigen Vertragspartner für ihren Pakt ausgesucht haben.

Tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden.

Apostelgeschichte 16,3

Bild oben aus wikipedia von Linsengericht – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4800398