Wie hat Paulus seine Briefe geschrieben?

Apostel Paulus, Gemälde von Anthonis van Dyck etwa 1618–1620.
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Der Galaterbrief ist von Paulus eigenhändig geschrieben (Galater 6,11). Sonst hat er immer nur den Schluss des Briefes selbst geschrieben. Der Brief war so dringend! Er hatte niemand, dem er den Brief diktieren konnte.

22 Auch ich, Tertius, möchte euch als meine Mitchristen herzlich grüßen. Paulus hat mir diesen Brief an euch diktiert.

Römer 16,22

Aber er hat immer den Schluss selbst geschrieben.

17 Und hier noch mein persönlicher Gruß an euch, den ich, Paulus, mit eigener Hand schreibe. So schließe ich alle meine Briefe. Daran erkennt ihr, dass sie auch wirklich von mir sind.

2. Thessalonicher 3, 17

Dadurch wurde die Echtheit des Briefes bestätigt.

Die Thessalonicher hatten einen gefälschten Brief des Paulus erhalten.

Lasst euch doch nicht so leicht verwirren und erschrecken, wenn Leute behaupten, der Tag, an dem der Herr kommt, sei schon da. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie sich auf eine Offenbarung Gottes berufen oder auf eine Äußerung, die angeblich von uns stammt. Glaubt ihnen auch nicht, wenn sie euch Briefe mit derartigen Behauptungen zeigen, die wir geschrieben haben sollen.

2. Thessalonicher 2,2

Dann hat Paulus den 2. Thessalonicherbrief geschrieben, um sie vor der Irrlehre aus dem gefälschten Brief zu warnen. Deshalb schreibt er, so schreibe ich, das ist meine Unterschrift.

Die Unterschrift des Paulus kannten sie aus dem 1. Thessalonicherbrief.

Durch diese Unterschrift sind die Paulusbriefe ohne weiteres erkennbar. Der gefälschte Brief ist nicht mehr vorhanden. Aber der 2. Thessalonicher, denn er war durch die Unterschrift als echt erkennbar.

Tertulliam schreibt im Jahr 200 oder später, dass die Briefe im Original noch vorhanden waren. Er schreibt dies, weil Irrlehrer Veränderungen in den Briefen anbringen wollten. Es ist also nicht möglich, wie dies die moderne Theologie behauptet, dass die Briefe nachträglich geschrieben wurde, und dem Paulus zugeschrieben werden sollten.

Den Galaterbrief hat Paulus eigenhändig geschrieben.

11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch geschrieben habe mit eigener Hand!

Galater 6,11

Das war für Paulus offensichtlich aufgrund eines Augenproblems sehr anstrengend. Die anderen Briefe hat er deswegen auch nur diktiert. Dieses Augenleiden hatte er bereits bei der Gemeindegründung der Galatergemeinde, denn er schreibt:

12 Werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr! Ich bitte euch, ihr Brüder! Ihr habt mir nichts zuleide getan; 13 ihr wisst aber, dass ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. 14 Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus 15 Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, dass ihr wenn möglich eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. 16 Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage? 17 Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert.

Galater 4,12

Dass Paulus ein Augenleiden hatte legt auch die folgende Stelle nahe:

1 Da sah Paulus den Hohen Rat eindringlich an und sprach: Ihr Männer und Brüder, ich habe mein Leben mit allem guten Gewissen vor Gott geführt bis zu diesem Tag. 2 Aber der Hohepriester Ananias befahl den Umstehenden, ihn auf den Mund zu schlagen. 3 Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Du sitzt da, um mich zu richten nach dem Gesetz, und befiehlst, mich zu schlagen gegen das Gesetz? 4 Die Umstehenden aber sprachen: Schmähst du den Hohenpriester Gottes? 5 Da sprach Paulus: Ich wusste nicht, ihr Brüder, dass er Hoherpriester ist, denn es steht geschrieben: »Über einen Obersten deines Volkes sollst du nichts Böses reden«

Apostelgeschichte 23,1-5

Deswegen hat er den Brief auch mit großen Buchstaben schreiben.

Ist das der Pfahl im Fleisch des Paulus, der ihn auch immer wieder angreifbar machte?

War Johannes der Täufer Elia?

Elia gilt im Judentum als der wichtigste Prophet nach Mose. Elia wird durch einen feurigen Wagen in den Himmel aufgenommen, deswegen bestand im Judentum der Glaube, Elia sei nicht gestorben. Deswegen kann er auch vor der Wiederkunft des Messias wiederkommen. Nach Mal. 3, 23 f. kommt Elia vor dem Messias nochmals zurück.

Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HERRN kommt; 24 und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss!

Maleachi 3,23-24

Deswegen bestand zur Zeit Jesu eine Zeit der Messias- aber auch der Eliaerwartung.

Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand zur Rechten des Räucheraltars. 12 Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn. 13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. 14 Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit Heiligem Geist wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an. 16 Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.

Lukas 1,11-17

Diese Stelle nimmt deutlich Bezug auf Maleachi 3,23. Demnach wäre Johannes der Täufer Elia, der vor Jesus vorangegangen ist.

Dem entgegen steht scheinbar Johannes 1, 21.

Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin’s nicht! Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein! 

Johannes 1,21

Sowohl bei Maleachi als auch bei Lukas heißt es allerdings, dass der Prophet, der dem Messias vorangehen wird, lediglich im Geist und in der Kraft vorangehen wird. Es heißt nicht, dass er Elia in persona ist.

Dafür, dass Johannes der Täufer der Prophet ist, der dem Messias vorausgeht, spricht auch dessen enorme Bedeutung. Johannes der Täufer hat einen so großen Einfluss auf die gesamte Jüdische Nation gehabt, dass noch Josephus Flavius 100 Jahre später nicht wagte, etwas gegen Johannes den Täufer zu sagen, sondern sehr ehrfürchtig von ihm sprach.

Manche Juden waren übrigens der Ansicht, der Untergang der Streitmacht des Herodes sei nur dem Zorne Gottes zuzuschreiben, der für die Tötung Johannes‘ des Täufers die gerechte Strafe gefordert habe. Den letzteren nämlich hatte Herodes hinrichten lassen, obwohl er ein edler Mann war, der die Juden anhielt, nach Vollkommenheit zu streben, indem er sie ermahnte, Gerechtigkeit gegeneinander und Frömmigkeit gegen Gott zu üben und so zur Taufe zu kommen. Dann werde, verkündigte er, die Taufe Gott angenehm sein, weil sie dieselbe nur zur Heiligung des Leibes, nicht aber zur Sühne für ihre Sünden anwendeten; die Seele nämlich sei dann ja schon vorher durch ein gerechtes Leben entsündigt. Da nun infolge der wunderbaren Anziehungskraft solcher Reden eine gewaltige Menschenmenge zu Johannes strömte, fürchtete Herodes, das Ansehen des Mannes, dessen Rat allgemein befolgt zu werden schien, möchte das Volk zum Aufruhr treiben, und hielt es daher für besser, ihn rechtzeitig aus dem Wege zu räumen, als beim Eintritt einer Wendung der Dinge in Gefahr zu geraten und dann, wenn es zu spät sein, Reue empfinden zu müssen. Auf diesen Verdacht hin ließ also Herodes den Johannes in Ketten legen, nach der Festung Machaerus bringen, die ich oben erwähnte, und dort hinrichten. Sein Tod aber war, wie gesagt, nach der Überzeugung der Juden die Ursache, weshalb des Herodes Heer aufgerieben worden war, da Gott in seinem Zorn diese Strafe über den Tetrarchen verhängt habe.

Quelle: Flavius Josephus Jüdische Altertümer. Übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. Heinrich Clementz. II. Bd. Köln 1959 (Nachdruck der Ausgabe von 1899), 525f.

Alexamenos-Graffito

Von Autor/-in unbekannt -Gemeinfrei

Der Alexamenos-Graffito ist eine 1857 entdeckte Ritz-Zeichnung im neuzeitlich so genannten Paedagogium, einem Anbau an der Domus Flavia auf dem Palatin in Rom. Er gilt als die früheste, allerdings heidnische und karikaturhafte Darstellung der Kreuzigung Christi.

Ziegel des Paedagogiums können in die Jahre 123 und 126 n. Chr. datiert werden, so dass der Graffito (und der Anbau selbst) nicht vor dieser Zeit entstanden sein kann. Die Inschrift lautet in Koine:

ΑΛΕ

ΞΑΜΕΝΟC

CΕΒΕΤΕ

ΘΕΟΝ

also Alexamenos betet (seinen) Gott an.